Vom 10.11.2025 bis zum 15.11.2025 fand in Bukarest, Rumänien, das "Young Police Officer Seminar 2025" statt, wobei an diesem 43 Teilnehmer aus insgesamt 24 Ländern teilnahmen. Von Nachbarländern zu Österreich wie Deutschland, der Schweiz sowie auch Slowenien, zu den skandinavischen Ländern Norwegen, Dänemark, Finnland und Island waren aber auch Länder außerhalb Europas wie Neuseeland, Japan, Kanada und Australien vertreten. Ich hatte äußerst erfreulicherweise die Möglichkeit, stellvertretend für die österreichische Sektion der IPA am Seminar teilzunehmen.
Bereits am Tag unserer Ankunft konnten wir im Zuge des Abendessens im Hotel die ersten Kontakte knüpfen. So konnten wir bereits die ersten Gemeinsamkeiten und auch Unterschiede in unserer Arbeit erörtern, die uns alle verbinden. Mit einer Runde "Palinka", einem klassischen Schnaps aus Rumänien, bereitgestellt von den Organisatoren seitens der IPA Rumänien, Mihai Liviu Tartareanu und Catalin-Stefan Balteanu, brach das Eis auch schnell und es entstanden im Laufe des weiteren Abends die ersten freundschaftlichen Kontakte.
Im Zuge unseres ersten Tages besuchten wir die Polizeiakademie "Alexandru Ioan Cuza", wobei wir dort einen interessanten Einblick in die Ausbildung der zukünftigen Polizeibeamten von Rumänien bekamen. Besonders imponiert haben mir dabei die Vorstellung der "VR"-Brillen, welche ein möglichst realistisches Szenarientraining ermöglichen. Des Weiteren konnten wir uns mit Schülern der Akademie austauschen, was uns einen noch tieferen Einblick in die Ausbildung ermöglichte.
Am zweiten Tag ging es für uns in das General Inspectorate of the Romanian Police (IGPR), wobei es sich hierbei um die Zentrale der rumänischen Polizei handelt. Hierbei stellten uns verschiedene Abteilungen der rumänischen Polizei, vom Drogendezernat zur Sonderinterventionsgruppe bis hin zur Menschenhandelsermittlungsabteilung, ihre Tätigkeiten vor, und wir konnten durch Fragen sowie auch durch den Vergleich mit unseren Tätigkeitsfeldern viele neue interessante Erfahrungen sammeln. Die Vorstellung der Einsatztrainer der rumänischen Polizei, nämlich die Anhaltung und Festnahme eines PKW-Fahrers, wobei auch hier ein Austausch mit unseren praktischen Erfahrungen möglich war, blieb ebenfalls in Erinnerung.
Am dritten Tag besuchten wir am Vormittag das General Inspectorate of the Romanian Border Police (IGPF). Hierbei wurde uns eine Präsentation über die Arbeitsfelder der rumänischen Grenzpolizei gegeben. Besonders interessant stellte sich hierbei der frisch erfolgte Schengen-Beitritt von Rumänien mit den damit verbundenen Herausforderungen sowie Umstellungen für die grenzpolizeilichen Aufgaben heraus. Nicht unerwähnt in diesem Kontext blieb als Nachbarland zur Ukraine der dort stattfindende Konflikt, welcher eine Flüchtlingswelle auslöste und die rumänische Grenzpolizei vor neue Herausforderungen stellte. Am Nachmittag besuchten wir den Parlamentspalast, welcher vom Diktator Nicolae Ceaușescu von 1983 bis 1989 gebaut wurde. Der Palast sticht mit seiner unfassbaren Größe und bemerkenswerten Eckdaten (bebaute Fläche: 65.000 m², Geschossfläche: 365.000 m³, über 1.000.000 m³ Marmor verwendet) in Bukarest deutlich hervor, und die sehr gut strukturierte Führung durch den Palast verdeutlichte die Arbeitslast und den Aufwand, welcher in den Bau eines der größten Bauwerke der Welt geflossen ist.
Am vierten und damit letzten Tag vor unserer Abreise besuchten wir das General Inspectorate of the Romanian Gendarmerie (IGJR), wobei es sich hierbei um einen militärisch strukturierten und im Verteidigungsministerium angesiedelten Wachkörper mit polizeilichen Aufgaben handelt. Im Zuge einer Präsentation wurden uns die Aufgaben, nämlich der größere Ordnungsdienst bei Demonstrationen, der Schutz von Veranstaltungen wie Fußballspielen, der Objektschutz, aber auch das Unterhalten einer Antiterroreinheit zum Eingreifen bei Hochrisikosituationen, vorgestellt. Das Highlight an diesem Tag war die Vorstellung am Paradeplatz der Gendarmeriezentrale, wobei hierbei etliche Waffen sowie aber auch berittene Einheiten, Wasserwerfer und eine praktische Vorführung mit der Darstellung eines Angriffes durch Gefährder auf eine VIP-Person mit der damit verbundenen fahrtechnischen Taktik zum Schutz der VIP gezeigt wurden.
Den Abschluss an diesem Tag zum Seminarende stellte die Übergabe der Teilnahmezertifikate sowie einer Medaille dar. Hierbei bekamen die Teilnehmer Gelegenheit, sich bei den Organisatoren von IPA Rumänien, insbesondere den IPA-Präsidenten von Rumänien, Mihai Liviu Tartareanu, und dem Generalsekretär der IPA Rumänien, Catalin-Stefan Balteanu, für die äußerst gute Organisation und die mit offensichtlich viel Aufwand betriebenen Präsentationen zu bedanken.
Hervorzuheben ist, dass ich im Zuge dieses Seminares eine Vielzahl an neuen Freundschaften gewinnen konnte und wir alle die äußerst seltene Möglichkeit bekamen, sich in einer Gruppe mit Teilnehmern aus verschiedensten Ländern der Welt auszutauschen. Dabei stach mir besonders hervor, dass aus menschlicher Perspektive die Unterschiede zwischen uns allen, auch mit teilweiser Entfernung über Kontinente hinweg, bei weitem nicht so groß sind, wie man vielleicht denken möge.
Diese Erkenntnis fließt wunderbar in den Geist der IPA selbst hinein, nämlich in das Motto:
Servo per Amikeco!
Alexander Förster
IPA Vbst. Graz


